Magic Cleaning – oder die KonMari-Methode

Letzte Woche kam ich aus familiären Gründen leider nicht dazu, einen Eintrag zu schreiben.
Dafür aber jetzt! Und mal zu einem anderen Thema!

Ich habe grade ein Buch gelesen! („Oh“, sagt ihr sicher, „was ganz Neues für Jana“ 😉 )

Aber dieses Buch finde ich wirklich sehr toll und solltet ihr es nicht sowieso schon kennen, weil es in sämtlichen Bestsellerlisten war und durch die Blogosphäre wabert, dann möchte ich es euch JETZT ans Herz legen.

Es ist Marie Kondos „Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert“. Marie Kondo ist eine junge Frau aus Japan, die als Aufräumcoach arbeitet und ihren Kunden (vorwiegend (Haus-)Frauen) zeigt, wie sie ihr Chaos ein für alle Mal in den Griff bekommen und die Wohnung aufgeräumt bleibt!

Magic Cleaning

Aaah, das wird viel Arbeit. Der kleine Buddha kann gar nicht hinsehen.

So… Also. Ich bin ja mehr so ein Sammler… Ich horte die Dinge zwar nicht wirklich, ich bin aber eigentlich IMMER dafür zu haben, wenn man etwas vermeintlich Brauchbares oder Hübsches oder Lustiges kaufen kann. Ungefähr so sieht es auch bei mir aus. Spontane Einkäufe können Küchengeräte und -gadgets sein, Bücher, Utensilien zum Malen/Basteln/Häkeln… Ich bekenne mich bei allem schuldig 😉 Auch meine Handtaschensammlung ist mittlerweile beachtlich. Alles ist vollgestopft mit Dingen, die man bestimmt mal gebrauchen könnte… Und der Keller erst. Aber davon möchte ich gar nicht anfangen.

Seit dem ich mit meinem Freund zusammen lebe, ist es immerhin schon etwas besser geworden, einfach, weil ich ein schlechtes Gewissen gehabt hätte, 3/4 der Wohnung nur für mich zu beanspruchen, aber wenn ich ehrlich bin, machen meine Sachen immernoch den Großteil unseres Besitzes aus.

Und irgendwie stresst es mich schon, wenn ich Kleidung in einen Schrank stopfen will, der sofort zu platzen droht, wenn man die Tür oder eine Schublade öffnet.

Deshalb lese ich in meiner Freizeit tatsächlich gerne Bücher zum Aufräumen und zum Thema Minimalismus. Mein halber eBook-Reader ist schon voll davon. Ich räume auch gerne mal einen Schrank komplett aus, sortiere die Dinge, die drin sind, aus, und räume den Schrank wieder ein. Irgendwie finde ich das beruhigend. Nur mit den sehr strikten Minimalisten a la „Du brauchst nur 100 Gegenstände in deiner Wohnung“ bin ich noch nicht warm geworden. Ich bin einfach nicht der Camping-Typ, der nur ein Glas, eine Schüssel und eine Gabel besitzt und sich, wenn er Besuch bekommt, Geschirr von den Nachbarn leiht. Würdet ihr das machen? In der Stadt in einem anonymen Mietshaus, wo einen die Nachbarn kaum kennen, geschweige denn grüßen? Wohl eher nicht, oder? 😉

Außerdem hänge ich auch sehr an meiner (handwerklichen) Unabhängigkeit und habe z.B. gerne meine eigene Bohrmaschine zuhause. Ich möchte nicht erst Kilometerweit mit der Bahn fahren, um mir eine Bohrmaschine im Baumarkt zu leihen, wenn ich mal ein einzelnes Loch bohren möchte. Ein so minimalistisches Leben klingt in der Theorie sehr nett, wäre aber nichts für mich. Ich bin dann doch kein buddhistischer Mönch.

 

Und DA kommt Marie Kondo mit ihrer „KonMari-Methode“ ins Spiel. Sie geht das Aufräumen und den Minimalismus nochmal ein bisschen anders an. Die folgenden Punkte sind für mich beim Lesen besonders hängen geblieben:

  1. Gehe beim Aufräumen nach Kategorien vor, nicht nach Schränken oder Zimmern
  2. Räume erstmal ALLES einer Kategorie aus und fang dann erst mit dem Aussortieren an
  3. Beim Aussortieren folgst du dem Leitsatz „Macht es mich glücklich?“
  4. Dinge die ihren Zweck erfüllt haben, dürfen gehen
  5. Jedes Teil, was bleibt, bekommt einen festen Platz

Das heißt: Ich räume nicht erst das Schlafzimmer auf, dann das Badezimmer. Nach Marie Kondo geht man nach Kategorien vor, fängt mit der Kleidung an, geht dann über zu Büchern, Papierkram, Kleinteilen (also quasi meine halbe Wohnung) und dann zu Erinnerungsstücken. Und dabei wird erstmal ALLES einer Kategorie an einem Platz gesammelt und auf dem Boden gestapelt, um einen Überblick zu bekommen.

Irgendwie nett ist ihre Vorgehensweise beim Aussortieren: Jedes Teil wird einzeln in die Hand genommen, betrachtet, einmal ans Herz gedrückt. Macht es glücklich? Dann bleibt es! Wenn es nicht glücklich macht: Weg damit!

Dabei darf man ruhig einem Kleid, was man dann doch nie angezogen hat, danken und es anschließen aussortieren. „Danke, dass du mir gezeigt hast, was mir nicht steht.“ oder „Danke, dass du mir beim Kauf so viel Freude bereitet hast.“ Damit hat es seinen Zweck erfüllt, auch wenn es nie getragen wurde. Klingt erstmal merkwürdig, ist aber doch irgendwie sehr niedlich, oder? Und unter anderen Voraussetzungen hätte ich solche Kleidungsstücke sicher behalten, weil es ja „noch gut ist“ und mal viel Geld gekostet hat. Aber so kann man einzelne Teile dann vielleicht doch besser loslassen. Mal sehen. Ich werde das Projekt jetzt in Angriff nehmen!

Wer mitmachen will: Jersha & Dup haben sich eine tolle Übersicht gebastelt, damit man nichts vergisst! 🙂

 

Eigentlich hätte meine Oma dieses Buch auch schreiben können, denn seit dem sie in ihrer 1-Zimmer-Wohnung lebt, habe ich das Gefühl, dass sie nur die Dinge um sich sammelt, die ihr etwas bedeuten, sie glücklich machen oder ihr wirklich von Nutzen sind.

Die Wohnung ist winzig, wirkt aber sehr hell und groß und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. DAS möchte ich auch. Wäre das nicht schön? Auch Marie Kondo sagt, dass sie in ihrer Wohnung nur mit Dingen umgeben ist, die sie glücklich machen. Wer möchte das nicht?

So. Auf geht’s. Ich werde berichten. Los geht’s mit den Klamotten.

Tschakka.

 

Unterschrift

 

Ps: Parallel zum Aufräumen lese ich grade ihr zweites Buch „Magic Cleaning – Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben“. Darin erzählt sie in noch mehr Anekdoten von ihren Kunden, gibt Tipps für Stellen, an denen es schwierig werden kann und spezifiziert nochmal einige ihrer Aussagen. Waschmittel zum Beispiel macht jetzt nicht klassisch „glücklich“, wenn man es im Schrank sieht. Aber die frisch gewaschene Wäsche macht dann doch wieder glücklich, oder nicht? 🙂

Habt ihr auch interessante Aufräumerfahrungen im Allgemeinen oder Erfahrungen mit dem Buch von Marie Kondo?

3 Kommentare:

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